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	<title>Zesá writes</title>
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	<description>Texte und Geschichten für Menschen - geschrieben in Wien und überall auf der Welt</description>
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	<title>Zesá writes</title>
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		<title>Blaue Flecken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2026 16:15:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir spielen alle Rollen, habe ich diese Woche gehört. Habe ich auch gemacht. Jahrelang. Und dann stelle ich mir die Frage, warum eigentlich? Können wir nicht wir selbst sein, weil wir gar nicht wissen, wer wir sind? Oder haben wir [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Wir spielen alle Rollen, habe ich diese Woche gehört. Habe ich auch gemacht. Jahrelang. Und dann stelle ich mir die Frage, warum eigentlich? Können wir nicht wir selbst sein, weil wir gar nicht wissen, wer wir sind? Oder haben wir das reine Sein irgendwann verlernt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und woran merken wir das überhaupt? Es gibt ja keine Waage, auf die wir morgens steigen können und die uns sagt <em>65 Kilo, davon 35 % Rolle A, 25 % Rolle B und 40 % du selbst</em>. Wäre aber ungeheuer praktisch. Könnte mal jemand ein Start-up dafür gründen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir uns zu sehr mit einer dieser Rollen identifizieren und sie wie eine Rüstung tragen, wie lange geht das? Ein ganzes Leben oder verlieren wir uns in ihr, wenn wir sie zu lange spielen? Und dann halten wir das, was anfangs eine Rolle war, am Ende für unsere wahre Identität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während mir diese Fragen durch den Kopf gehen, sitze ich im Park und tippe diese Zeilen. Vielleicht ist mein neues Autorinnen-Ich auch wieder nur eine Version von mir, in die ich geschlüpft bin. Ein Kostüm, das ich jetzt eine Zeit lang trage, bis es nicht mehr passt oder mir langweilig geworden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber etwas ist anders: Ich fühle, dass es richtig ist. Nicht, weil ich Bestätigung und Erfolg im Außen habe — auf die warte ich noch —, sondern weil ich Ruhe spüre. Und Zuversicht. Es ist anstrengend, jeden Tag eine Rüstung zu tragen, und doch hatte ich mich irgendwann an ihr Gewicht gewöhnt. Wie schwer sie tatsächlich war, habe ich erst bemerkt, als ich sie ausgezogen habe. Eine Rüstung schützt vor dem Schwert. Aber manchmal erstickt sie langsam alles, was sie eigentlich beschützen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungewohnt ist das. Da ist plötzlich diese Leere. Diese Verletzlichkeit. Auf einmal kann mich jeder sehen. Ein kleiner Stoß, der früher an der Rüstung abgeprallt wäre, hinterlässt jetzt blaue Flecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und doch werde ich sie nicht mehr anziehen. Lieber blaue Flecken als gar nichts zu spüren. Jetzt lebe ich.</p>



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		<title>Spiegelung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Oct 2026 17:02:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenklich]]></category>
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		<category><![CDATA[Donau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn ich an der Donau bin und das Wasser ist so glatt, dass sich die Welt daran spiegelt wie eine exakte Kopie, denke ich oft, dass es genau so auch mit unserem Leben ist. Wir sehen nicht unser wahres Selbst, [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich an der Donau bin und das Wasser ist so glatt, dass sich die Welt daran spiegelt wie eine exakte Kopie, denke ich oft, dass es genau so auch mit unserem Leben ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sehen nicht unser wahres Selbst, sondern nur ein täuschend echt aussehendes Abbild davon. Kleinste Veränderungen können das ganze Bild erschüttern. Ein Blatt, nahezu ohne Gewicht, das fast unbemerkt auf der Oberfläche landet, erzeugt eine unglaubliche Schwingung. Kreise gehen von ihm aus, die ungeahnte Auswirkungen haben. Das Bild wird verzerrt, unklar, gestört und wir erkennen nicht mehr, was es tatsächlich zeigt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein leichter Windhauch und die ganze Oberfläche kräuselt sich. Starr schauen wir auf das Wasser und das, was wir sehen, halten wir für die Wirklichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir spüren das Zittern, die unruhigen Kreise, als würde all das in uns stattfinden und auf uns wirken.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei stehen wir selbst am Ufer.</p>



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		<title>Walter und Maria</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2026 19:22:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bim Gschichtn]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>U2 Richtung Seestadt Gerade bin ich aus der U-Bahn gestiegen und gehe zu Fuß über die Schleusenbrücke an der Neuen Donau, um meine tägliche Schwimmrunde zu absolvieren, als ich Musik höre. Nicht selten an dieser Stelle. Manchmal klingt sie von [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">U2 Richtung Seestadt<br></p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-ast-global-color-0-color has-alpha-channel-opacity has-ast-global-color-0-background-color has-background is-style-wide"/>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade bin ich aus der U-Bahn gestiegen und gehe zu Fuß über die Schleusenbrücke an der Neuen Donau, um meine tägliche Schwimmrunde zu absolvieren, als ich Musik höre. Nicht selten an dieser Stelle. Manchmal klingt sie von den nahegelegenen Restaurants herüber, manchmal beschallen Feierwütige vom Piratenstrand die Umgebung. Aber etwas ist anders: Weder Partypop noch Techno, sondern ein Tango.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann sehe ich sie: Walter und Maria. Die Räder haben sie mitten auf der Brücke abgestellt und aus einer kleinen Box klingt der Tango. Arm in Arm tänzeln sie über die Donau und wirken dabei um Jahre jünger als die peinlich berührt blickenden Teens und Zwanzigjährigen, die an ihnen vorbeikommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bleibe stehen, schaue zu, wie sie voller Harmonie und Vertrauen tanzen. Fest schauen sie sich in die Augen, die Welt um sie herum scheint vergessen. Leichtfüßig drehen sie sich im Kreis, bewegen sich von links nach rechts, die Arme grazil zur Seite gestreckt. Was stören sie die missmutigen und amüsierten Blicke? Sie haben Lust zu tanzen, also tanzen sie. Mitten auf der Donaustadtbrücke.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein kleiner Stich im Herzen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich spüre einen kleinen Stich im Herzen. Wie schön muss es sein, nicht nur den Moment zu leben, sondern ihn mit einem Menschen zu teilen, den man liebt. Sie wirken so glücklich und unbeschwert. Die Jahrzehnte haben ihnen nichts von ihrer Freude und Leichtigkeit nehmen können. Unter ihnen das sanfte Rauschen der Wellen, über ihnen der blaue Himmel, die Sonne im Gesicht. Es scheint ein vollkommener Augenblick zu sein. Zu gerne würde ich die beiden malen, wie sie das Leben feiern. Also tue ich es, nur dass meine Farben Worte sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich an ihnen vorbeigehe, lächle ich. Sie sehen mich nicht. Wie auch? Sie haben nur Augen füreinander und bewegen sich im Takt der Musik, als hätten sie noch die Ewigkeit vor sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie schön wäre die Welt, wenn wir einfach tanzen würden, wann immer uns danach ist?</p>



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		<title>Weil alles immer ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2026 13:57:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Essay]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich frage mich oft, was wir brauchen, um erfüllt zu sein. Ist es, einen Sinn im Leben zu sehen, den einen anderen Menschen zu finden, Dinge zu sammeln, die uns etwas bedeuten oder eine Familie zu gründen? Diese Frage ist [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ich frage mich oft, was wir brauchen, um erfüllt zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist es, einen Sinn im Leben zu sehen, den einen anderen Menschen zu finden, Dinge zu sammeln, die uns etwas bedeuten oder eine Familie zu gründen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Frage ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst und doch gibt es wohl keine pauschale Antwort darauf. Selbst die Glücksforschung ist sich da nicht ganz einig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber während ich das schreibe, fühle ich mich tatsächlich vollkommen erfüllt, beseelt und mit allem verbunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Tag an der Donau</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe heute früh meine Wohnung verlassen und seit Stunden stromere ich an der Donau entlang. Ich gehe abseits der großen Wege, durch Schilf, Wälder und Wiesen. Nur einer Handvoll Menschen bin ich begegnet. Dafür habe ich Schwäne getroffen, meine Freundin die Ringelnatter, einen Kormoran, einen Graureiher und Rehe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stundenlang habe ich die sich im Wind wiegenden, bunt gefärbten Blätter angeschaut und jetzt sitze ich nackt auf einem Felsen. Über mir der blaue Himmel, vor mir der Fluss. Ich spüre, wie die Sonne die letzten Wassertropfen auf meiner Haut trocknet. Neben mir flattern zwei Zitronenfalter, auf meinem Knie sitzt eine blauschimmernde Libelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Melodisch rauschen die Wellen und schlagen mit leisem Klatschen auf die großen Steine am Ufer. Auf dem Wasser galoppieren die Schaumkronen wie weiße Pferde dahin, während das grüne Schilf sich im Takt hin und her wiegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie neugeboren fühle ich mich ein ums andere Mal, wenn ich aus dem kühlen, klaren Wasser der Donau emporsteige. Wäre Botticelli jetzt hier, ich bin mir ziemlich sicher, er würde seine Staffelei auspacken. Wind im Haar, Sonne im Gesicht, um mich herum das tanzende Schilf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nichts tun, nichts erreichen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den ganzen Tag habe ich mit niemandem gesprochen, nichts gekauft, nichts geleistet. Ich habe mich einfach treiben lassen wie das Buchenblatt, das vor mir durch die Luft segelt. Es bestimmt nicht seinen Weg, weiß nicht, wo es landet, hat kein Ziel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kein Foto habe ich gemacht und jetzt ist niemand dabei, mit dem ich diese kostbaren Momente teilen kann. Und doch ist es da, ich kann es spüren. Das Glück ist in mir und um mich herum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe nicht auf die Uhr geschaut. Muss nirgendwohin, muss nichts tun, nichts erreichen. Nie wieder wird ein Tag so sein wie heute, nie wieder werde ich so sein wie in diesem Augenblick.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist, wenn die Erfüllung darin liegt, einfach nur zu sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Moment will nichts sein, nichts werden. Er ist.</p>



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		<title>Ilsa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 09:03:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bim Gschichtn]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Seestadt]]></category>
		<category><![CDATA[U2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>U2 Richtung Seestadt Vis-à-vis setzt sich Ilsa hin. Ich lächle, sie schaut grimmig. Auch gut. Ich wende mich ab und lasse den Blick durchs Abteil schweifen. Die Ferien sind vorbei und die U2 ziemlich voll. Ich entdecke eine Spur von [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>U2 Richtung Seestadt</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-ast-global-color-0-color has-alpha-channel-opacity has-ast-global-color-0-background-color has-background is-style-wide"/>



<p class="wp-block-paragraph">Vis-à-vis setzt sich Ilsa hin. Ich lächle, sie schaut grimmig. Auch gut. Ich wende mich ab und lasse den Blick durchs Abteil schweifen. Die Ferien sind vorbei und die U2 ziemlich voll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich entdecke eine Spur von kleinen Tropfen auf dem Boden und folge ihr mit den Augen. Sie endet bei Ilsa. Ihr rechter Arm hängt locker an der Seite herab und von einem ihrer Finger fallen langsam, aber stetig kleine rote Tropfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irritiert schaue ich sie an. Sie muss doch merken, dass sie blutet?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erwidert meinen Blick, ohne mit der Wimper zu zucken. Dann seufzt sie und kramt mit der linken Hand in ihrer Handtasche. Auch ich wühle in meinem Rucksack. Irgendwo habe ich ein Pflaster, ich muss es nur finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ilsa nimmt derweil pragmatisch ein Taschentuch und wickelt es um den blutenden Finger. Was wohl zu der Wunde geführt hat?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da ist es! Triumphierend ziehe ich das Pflaster aus meinem Rucksack und will es Ilsa reichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie schaut erst auf das Pflaster und dann auf mich. Keine Regung zeigt sich in ihrem Gesicht, als sie wortlos aufsteht und geht. Zurück bleiben die roten Tropfen am Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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		<title>Wolfsmodus</title>
		<link>https://zesawrites.com/wolfsmodus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2026 08:19:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Über das Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Alleinsein]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe die meiste Zeit meines Lebens gedacht, ich bin eine einsame Wölfin. Ich kann nicht nur gut allein sein, nein, ich genieße es. Unabhängigkeit, Freiheit – würde ich noch weitere Tätowierungen wollen (und ja, ganz ausgeschlossen ist das natürlich [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe die meiste Zeit meines Lebens gedacht, ich bin eine einsame Wölfin. Ich kann nicht nur gut allein sein, nein, ich genieße es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unabhängigkeit, Freiheit – würde ich noch weitere Tätowierungen wollen (und ja, ganz ausgeschlossen ist das natürlich nicht …), wären das zwei Schriftzüge, die ich mir vorstellen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich arbeite allein, ich wohne allein, ich bereise die Welt allein. Nicht, weil ich egozentrisch wäre oder mich mit Menschen nicht verstehe, im Gegenteil. Aber sehr oft haben sie mich auch enttäuscht, mich Energie gekostet und mich allein gelassen. Sich allein zu fühlen, obwohl jemand da ist, ist schlimmer, als allein zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe einiges ausgehalten, erlebt und erlitten und ich bin nicht daran kaputtgegangen, aber es hat mich dazu gebracht, nur noch mir selbst zu vertrauen und mich auf mich zu verlassen. Zu gut erinnere ich mich an Wochen im Spital, in denen der eine Mensch, den ich gebraucht hätte, nicht da war. Andere waren wichtiger als ich. Wie ich selbst meine Wunden geleckt habe, während ich in meiner Höhle lag. Gehungert habe, weil ich zu schwach zum Jagen war. Wolfsmodus aktiviert. Überleben gesichert!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Menschen, die einfach da sind</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann ist irgendetwas passiert: Vielleicht ist es ein Riss in der Matrix, aber plötzlich tauchen Menschen auf, die mich sehen. Nicht das, was ich nach außen zeige, sondern das, was dahinterliegt. Das, was ich bin. Manchmal denke ich, sie sehen mehr von mir als ich selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem aber erwarten sie nichts. Sie sind einfach da – und dieses „Da-sein“ fühlt sich für mich noch immer ungewohnt kostbar an. Es gibt Halt und Sicherheit. Menschen, die wichtige Momente mit mir teilen, mich auffangen, wenn ich stolpere, und mich einfach in den Arm nehmen, wenn Worte nichts besser machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Allein sein können, nicht müssen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich spüre immer noch die Wölfin. Sie ist ein Teil von mir. Nur habe ich irgendwann allein sein zu <strong>können</strong>, mit allein sein zu <strong>müssen</strong> verwechselt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich verstehe jetzt, dass eine Wölfin allein im Wald zurechtkommt, ihre Beute findet, durch die Nacht streunt, den Wind im Fell spürt und sich dabei gut fühlt – aber den Mond anheulen, das macht im Rudel viel mehr Freude.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wohoooooo!</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte mit diesem Text einfach &#8222;Danke&#8220; sagen. An die, die da sind. Ihr wisst, dass ich euch meine.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Viktor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 15:36:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bim Gschichtn]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Belästigung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Hilflosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Übergriff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>U6 Richtung Floridsdorf An der Niederhofstraße bin ich eingestiegen, habe mich auf einen freien Platz gesetzt, gedankenverloren Musik über meine AirPods gehört. Erst nach einer ganzen Weile fällt mir Viktor auf. Er sitzt ein Stück entfernt von mir schräg gegenüber. [&#8230;]</p>
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<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>U6 Richtung Floridsdorf</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-ast-global-color-0-color has-alpha-channel-opacity has-ast-global-color-0-background-color has-background is-style-wide"/>



<p class="wp-block-paragraph">An der Niederhofstraße bin ich eingestiegen, habe mich auf einen freien Platz gesetzt, gedankenverloren Musik über meine AirPods gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst nach einer ganzen Weile fällt mir Viktor auf. Er sitzt ein Stück entfernt von mir schräg gegenüber. Sein Smartphone in der Hand, tief über dem Schoß. Darauf leuchtet ein kleiner grüner Punkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schaue genauer hin. Bilde ich mir das ein oder ist das Handy auf mich gerichtet? Ich schaue nach links und nach rechts. Außer mir ist niemand hier. Aber vielleicht spinne ich und er schaut nur ein YouTube-Video. Jetzt mal nicht überreagieren, sage ich mir selbst und versuche ihn zu ignorieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gelingt mir nicht. Soll ich aufstehen und mich umsetzen? Es widerstrebt mir, meinen Space aufzugeben. Angriff ist die beste Verteidigung. Also einfach zu ihm rüberrufen, ob er mich filmt. Schaffe ich nicht. Unangenehm. Ich suche Blickkontakt. Starre ihn an. Bestimmt fühlt er sich ertappt und hört auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fehlanzeige. Er grinst. Schmierig. Anzüglich. Eine Station noch. Warum stehe ich nicht auf? Warum sage ich nichts? Bleibe wie eingefroren, mein Atem geht flach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich. Währinger Straße, Volksoper. Ich stehe auf, fliehe zur Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele solche Erlebnisse brauche ich noch, um nicht mehr einzufrieren?</p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-black-color has-alpha-channel-opacity has-black-background-color has-background is-style-default"/>



<h2 class="wp-block-heading">Warum wir erstarren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich an diesem Tag länger beschäftigt hat als der Mann mit dem Handy, war meine eigene Reaktion. Ich bin sitzen geblieben. Ich habe nichts gesagt, nichts getan. Ich bin erst aufgestanden, als sich die Türen geöffnet haben. Ich bin nicht auf den Mund gefallen, ich bin selbstständig und schreite immer ein, wenn ich anderen helfen kann. Aber in diesem Moment war ich wieder 13 Jahre alt und hilflos. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin. Fast jede meiner Freundinnen kann von solchen Erlebnissen berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir erstarren nicht, weil wir schwach sind. Wir erstarren, weil uns niemand beigebracht hat, was man in so einem Moment tut, und wir zu oft Aussagen gehört haben wie &#8222;<em>Stell dich nicht so an</em>&#8220; oder &#8222;<em>Ist doch gar nichts passiert&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn dir so etwas passiert ist: Du bist nicht die Einzige, die stehen geblieben ist.</p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-black-color has-alpha-channel-opacity has-black-background-color has-background"/>



<h2 class="wp-block-heading">Was die Zahlen sagen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Umfrage unter 1.069 Menschen entlang der Südbahnstrecke (<a href="https://www.wendepunkt.or.at/das-projekt">Projekt „Safer Place&#8220;</a>) gaben 52 % der Frauen an, in öffentlichen Verkehrsmitteln Belästigungen oder Übergriffe erlebt zu haben; bei den 20- bis 29-Jährigen rund sechs von zehn. <br>Heimlich gefilmt oder fotografiert zu werden ist in Österreich in vielen Fällen nicht strafbar – der Paragraf zu unbefugten Bildaufnahmen greift erst beim Intimbereich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Hilfe und Beratung: Frauenhelpline gegen Gewalt, 0800 222 555 (Österreich, kostenlos, rund um die Uhr) · Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen, 116 016 (Deutschland)</em> </p>



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		<title>Émilie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2026 17:10:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bim Gschichtn]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Linie 38 Richtung Grinzing Gehetzt wirkt Émilies Blick, als sie in die Bim steigt. Im Arm hält sie fünf, nein sechs, frisch gebackene Baguettes. Ihr Duft weht durch die Bahn und lässt meinen Magen knurren. Die blaue Culotte schlenkert um [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Linie 38 Richtung Grinzing</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-ast-global-color-0-color has-alpha-channel-opacity has-ast-global-color-0-background-color has-background is-style-wide"/>



<p class="wp-block-paragraph">Gehetzt wirkt Émilies Blick, als sie in die Bim steigt. Im Arm hält sie fünf, nein sechs, frisch gebackene Baguettes. Ihr Duft weht durch die Bahn und lässt meinen Magen knurren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die blaue Culotte schlenkert um ihre schlanken Beine, als sie mit zielstrebigen Schritten die freie Sitzreihe ansteuert. Ein Platz für sie, einer für die Backwaren, die sie fast liebevoll an sich lehnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdenklich zieht sie die Stirn in Falten. Hat sie jetzt endlich alles fertig für den Besuch ihrer Eltern? Seit Wochen schon bereitet sie sich innerlich und ihre Wohnung äußerlich auf ihre Gäste vor. Marie-Thérèse und Charles reisen schließlich nicht jeden Tag nach Vienne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie erleichtert war Émilie, als sie vor zehn Jahren ihre überkritische Mutter und ihren stoisch in sich ruhenden Vater in dem kleinen Vorort von Paris zurückgelassen hatte!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich konnte sie frei atmen, war nicht länger die perfekte Tochter der Chevaliers. Émilie konnte in Jogginghosen ihre Wohnung verlassen, dem Postboten ungeschminkt die Tür öffnen und sich eine Woche lang nur von Pizza ernähren, die sie direkt aus dem Karton aß. Mon Dieu! Oh, was genoss Émilie <em>la</em> <em>joie de vivre</em> abseits der Heimat!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber damit war es nun vorbei – zumindest für zwei Wochen. Dann würden ihre Eltern ihre ältere Schwester Jeanne in London mit ihrem Besuch, oder eher ihrer Visite, beglücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann wäre Émilie wieder frei zu tun, was immer sie wollte. Sie seufzt. Nicht einmal zehn Jahre in der Ferne haben sie rebellisch genug gemacht, ihre Eltern ohne Baguettes zu begrüßen. Noch ein wenig fester umschließt ihr Arm die Brote, als sie die Bim in der Paradisgasse verlässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Paradies hat ab heute Nachmittag zwei Wochen geschlossen.</p>



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		<title>Freundschaft mit einem Wal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2026 14:19:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenklich]]></category>
		<category><![CDATA[Über das Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mir läuft die Zeit davon. Nein, sie läuft nicht, sie rennt. Rast dahin wie ein Formel-1-Wagen auf gerader Strecke. Unaufhörlich kann ich hören, wie sie mir im Nacken sitzt. Tick, tack. Tick, tack. Ich habe das Gefühl, dass mir mit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Mir läuft die Zeit davon. Nein, sie läuft nicht, sie rennt. Rast dahin wie ein Formel-1-Wagen auf gerader Strecke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unaufhörlich kann ich hören, wie sie mir im Nacken sitzt. Tick, tack. Tick, tack.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe das Gefühl, dass mir mit jedem Tick ein kostbarer Moment verloren geht: Ein Job, den ich gerne gehabt hätte, eine Beziehung, die ich gerne geführt hätte, plötzlich sind sie keine Option mehr. Bei jedem Tack verabschiede ich mich von einem Ort, an dem ich gerne gelebt hätte und streiche ein verrücktes Hobby von meiner Bucket List.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben mir sitzt das weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland und hält mir mahnend seine Taschenuhr entgegen. Nur droht nicht die Ankunft der Herzkönigin, sondern Schlafes Bruder nähert sich. Noch ist er, so hoffe ich, einige Jahre entfernt. Aber selbst wenn er mit der Deutschen Bahn reist, wird er irgendwann bei mir eintreffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis dahin möchte ich so viel erlebt haben, wie ich nur kann. Ich möchte das Leben so intensiv spüren, wie es nur geht. Egal, was dazu gehört. Ich möchte so sehr lachen, dass mein ganzer Körper vibriert, mein Bauch schmerzt, als hätte ich 100 Sit-ups gemacht. Ich möchte weinen, so einen Herzschmerz haben, dass die ganze Welt von meinen Tränen überflutet wird und sich eine Arche bauen muss, um meinem Kummer zu entfliehen. Auf den höchsten Berg möchte ich klettern, mich von seinem Gipfel herabstürzen und wie ein Vogel davonfliegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte den Pazifik durchschwimmen und Freundschaft mit einem Wal schließen. Er wird mich in seinem Maul tragen, wenn ich müde bin und mich auf einer einsamen Insel ausspucken, auf der ich lebe und ein ganzes Buch in den Sand schreibe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich will an jedem Ort ein Zuhause gehabt haben, an dem ich mich wohlgefühlt habe, und mit jedem Menschen, der mir gefällt, eine innige Beziehung führen. Ich will Leidenschaft leben, mich von Kopf bis Fuß tätowieren lassen, um dann in einem rosa Tutu bei Schwanensee zu tanzen. Ich will, ich will so vieles, alles und intensiv. Das Leben will ich erkunden mit all seinen Facetten und dann höre ich es wieder. Das Ticken der Zeit, sehe des Kaninchens warnenden Blick. Was kann ich schaffen und was als Erstes tun? Und da stehe ich dann und rühre mich nicht. So viele Möglichkeiten, welche soll ich wählen? Ich weiß es nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie viele Leben kann ein einzelner Mensch überhaupt leben?</p>



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		<title>Leila</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 07:50:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bim Gschichtn]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Über das Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Oberlaa]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstverletzung]]></category>
		<category><![CDATA[Teenager]]></category>
		<category><![CDATA[U4]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>U4 Richtung Heiligenstadt Missmutig schaut Leila, als sie einsteigt. Mein Lächeln und dass ich ihr Platz mache, damit sie sich setzen kann, quittiert sie mit einem Schnaufen – ich interpretiere es als Dank. Leilas kräftige Beine stecken in burschikosen Cargoshorts. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://zesawrites.com/leila/">Leila</a> erschien zuerst auf <a href="https://zesawrites.com">Zesá writes</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>U4 Richtung Heiligenstadt</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-ast-global-color-0-color has-alpha-channel-opacity has-ast-global-color-0-background-color has-background is-style-wide"/>



<p class="wp-block-paragraph">Missmutig schaut Leila, als sie einsteigt. Mein Lächeln und dass ich ihr Platz mache, damit sie sich setzen kann, quittiert sie mit einem Schnaufen – ich interpretiere es als Dank.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leilas kräftige Beine stecken in burschikosen Cargoshorts. Dazu trägt sie ein Oversize-Band-Shirt der Ramones. Ihr hellgrün-gefärbtes Haar ist an den Schläfen abrasiert und am Oberkopf mit Gel zu Stacheln geformt. Mit jeder Faser drückt sie ihre Rebellion gegen alles und jeden aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die dahinterstehende Verunsicherung lässt sich bestenfalls noch an den rosafarbenen Sneakern und dem kindlich anmutenden Perlen-Armand ablesen. LEILA steht in Großbuchstaben auf den eckigen weißen Perlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um sicherzugehen, so gut wie möglich gegen die feindliche Außenwelt abgeschottet zu sein, trägt sie große Kopfhörer mit Bügeln, an denen flauschige Plüsch-Katzenohren angebracht sind. Die doch eher destruktiv anmutende Musik ist so laut, dass selbst ich sie hören kann. Mir würde das Trommelfell wegfliegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Blick bleibt an den fast schon symmetrisch angeordneten Narben hängen, die sie wie eine Auszeichnung zur Schau stellt. „Schaut her, wie hart ich bin“, flüstern sie und erst nach einer Pause klingt leise nach: „Und so verletzlich.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Arme verzieren die schmerzhaften Kunstwerke und auch unter den hochgerutschten Shorts sind sie auf dem linken Oberschenkel zu sehen. Wie ein Zebrastreifen, der vom Knie nach oben führt und zwei getrennte Welten miteinander verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ihre Eltern ihr die Rasierklingen weggenommen haben, hat sie einfach mit der Spitze ihres Zirkels weitergemacht. Ein Künstler ist nicht an sein Werkzeug gebunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ein paar Woche lebt Leila jetzt in einer Wohngemeinschaft, aber bisher beißen sich die Therapeuten die Zähne an ihr aus. Sie können nicht empfinden, was Leila fühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Erleichterung, dieser Frieden, der einsetzt, sobald sie sieht, wie die ersten, kleinen Blutstropfen aus den Schnitten hervorquellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So satt das Rot. So schön der Kontrast zur milchweißen Haut. Allein bei dem Gedanken muss sie erleichtert seufzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich an der Landstraße aussteige, schaue ich sie noch einmal an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hoffentlich findet die kleine Künstlerin bald ein anderes Medium, um sich auszudrücken.</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img decoding="async" src="https://static.xx.fbcdn.net/images/emoji.php/v9/t9f/2/16/1f5a4.png" alt="🖤" style="aspect-ratio:1;width:16px;height:auto"/></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Text berührt das Thema Selbstverletzung. Wenn dich das gerade selbst betrifft: Telefonseelsorge 142 (AT) / 116 123 (DE), Rat auf Draht 147 für Jugendliche in Österreich.</p>



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