Wenn ich an der Donau bin und das Wasser ist so glatt, dass sich die Welt daran spiegelt wie eine exakte Kopie, denke ich oft, dass es genau so auch mit unserem Leben ist.
Wir sehen nicht unser wahres Selbst, sondern nur ein täuschend echt aussehendes Abbild davon. Kleinste Veränderungen können das ganze Bild erschüttern. Ein Blatt, nahezu ohne Gewicht, das fast unbemerkt auf der Oberfläche landet, erzeugt eine unglaubliche Schwingung. Kreise gehen von ihm aus, die ungeahnte Auswirkungen haben. Das Bild wird verzerrt, unklar, gestört und wir erkennen nicht mehr, was es tatsächlich zeigt.
Ein leichter Windhauch und die ganze Oberfläche kräuselt sich. Starr schauen wir auf das Wasser und das, was wir sehen, halten wir für die Wirklichkeit.
Wir spüren das Zittern, die unruhigen Kreise, als würde all das in uns stattfinden und auf uns wirken.
Dabei stehen wir selbst am Ufer.


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