Durch mich hindurch

Das Essay Durch mich hindurch von der Wiener Autorin Zesá
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Manchmal träume ich davon, wie es wäre, ein Geist zu sein. Ich könnte am Leben so vieler Menschen teilnehmen. Würde bei ihnen sitzen, wenn gefeiert, gekocht und gelacht wird.

Könnte bei ihnen sein, wenn sie traurig sind, weil eine Beziehung in die Brüche ging oder ein geliebter Mensch sie für immer verlassen hat. Erschrocken würde ich zusammenzucken, wenn es Streit gäbe. Teller vor Wut zu Fall gebracht. Gläser, die durch den Raum und durch mich hindurchfliegen.

Kommen und gehen könnte ich, wie es mir beliebt. Wäre immer dabei, Teil von allem und könnte doch keinen Einfluss nehmen. Eine transparente Silhouette, ein Windhauch, ein zarter Schimmer. Dabei zu sein, mitzufühlen, mitzuleiden und doch nicht Teil zu sein. Vergessen, ungehört und übersehen.

Und dann wache ich auf und frage mich: Ist es Traum oder Leben?

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