Der Suchende

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Vor wenigen Wochen begegnete ich einem Suchenden. Ich traf ihn inmitten einer malerischen Landschaft. Grüne, frische Frühlingswiesen, ein gluckernder Bach und ein dunkelgrüner Tannenwald. Aus diesem Wald trat er hervor, der Suchende. Umgeben von einer fröhlich kläffenden Hundeschar. Zusammengesammelt in der ganzen Welt und so unterschiedlich wie Hunde nur sein können. Ein munterer Beagle im fortgeschrittenen Alter, ein schlanker aufgekratzter Malinois und zwei kunterbunte Promenadenmischungen.

Zerrissene Jeans, ein kariertes Flanellhemd, groß, hager und vom Leben gezeichnet. 30 Jahre war er in der Welt unterwegs gewesen, hatte allerlei Länder bereist, meditiert, experimentiert und natürlich gesucht.

Die Spuren seiner Suche hatten sich in tiefen Furchen in sein Gesicht gegraben. Erinnerungen an Erlebnisse, die unvergessen waren und jedes Gefühl in sich trugen: Trauer, Freude, Ekstase, Glück, Verzweiflung und Angst.

Wie alt er wohl war? 70? Nein, noch keine 60. Lässt uns das Leben schneller altern, wenn wir es besonders intensiv leben?

Wie konnte ein Mensch, der so vollkommen frei durchs Leben wandelte, ausgebrochen aus dem System, Herr über seinen Tag war und so viel von der Welt gesehen hatte, so verloren wirken?

Freisein – was bedeutet das überhaupt? Sind wir frei, wenn wir so lange und so verzweifelt versuchen, etwas zu finden, von dem wir nicht einmal genau sagen können, was es ist? Wenn wir getrieben von dem Drang der Suche, dem Wunsch, Antworten zu finden immer weiter und weiter wandern müssen? Keinen Ort finden, an dem wir ankommen, durchatmen und Ruhe finden können?

Ich kann nicht sagen, was es war, das mich so sehr bewegte, aber der Suchende wirkte verloren. Verloren in einer Welt, in der er keinen Platz zu finden vermochte. Ich sah Schmerz in seinen Augen und mich selbst darin. Rastlos umherirren, immer unterwegs. Die Sehnsucht nach Heimat, nach Ankommen. Und mit jedem Schritt, den wir gehen, entfernen wir uns von dort.

Woher wissen wir, ob wir suchen oder fliehen?

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