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	<title>Über das Leben Archive - Zesá writes</title>
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	<description>Texte und Geschichten für Menschen</description>
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	<title>Über das Leben Archive - Zesá writes</title>
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		<title>Wortblumen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 16:56:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal kann ich das, was mich bewegt, nicht einmal in Worte fassen. Dabei sind Worte das, was mir liegt. Ich liebe es, mit ihnen zu jonglieren, sie fliegen zu lassen und damit Neues zu kreieren. Nur wenn es um das [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Manchmal kann ich das, was mich bewegt, nicht einmal in Worte fassen. Dabei sind Worte das, was mir liegt. Ich liebe es, mit ihnen zu jonglieren, sie fliegen zu lassen und damit Neues zu kreieren. Nur wenn es um das geht, was ich fühle, dann sind sie auf einmal ganz klein, schwer zu fassen und glitschig wie frisch geschlüpfte Kaulquappen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ein Fisch öffne ich den Mund, er geht auf und zu, nur die Worte, die wollen einfach nicht aus mir heraus. Sie kommen kurz nach oben, schauen in die Welt hinaus und beschließen, lieber zu bleiben. Zu gefährlich da draußen. Sie wissen nicht, was sie erwartet, und gehen kein Risiko ein. So sind es also nur sie und ich, die wissen, was ich fühle, was in mir arbeitet und was mich&nbsp;traurig macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich gar nicht so schlecht, oder? Schließlich mögen die Worte und ich einander sehr. Und doch frage ich mich, ob sie nicht ihre Bestimmung verfehlen, wenn sie die Welt nicht entdecken. Ist es nicht ein wichtiger Teil ihres Daseins-Zwecks, dass sie gehört werden? Worte sind da, damit wir miteinander kommunizieren können. Wenn also niemand von meinen Worten erfährt, sind sie dann überhaupt wahr?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum aber hängen sie so an mir, diese zarten Worte? Sind sie es, die mich brauchen oder bin ich es, die sie bei sich behalten möchte? Untersage ich den Worten, hinauszugehen, weil ich Sorge habe, dass ihnen etwas Schlimmes widerfahren könnte?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, ich verbiete es ihnen, weil ich Angst habe. Angst vor dem, was sie auslösen und vor dem, was ich mir selbst verboten habe: Sie können mich lebendig werden lassen. Würden meine Worte mich verlassen, dann wären meine Träume, meine Sehnsüchte und Gefühle plötzlich echt. Sie wären greifbar und damit angreifbar. Jahrelang habe ich sie gehütet und geschützt wie einen Schatz. Nur habe ich übersehen, dass gerade diese Worte gehört werden muss, weil sie sonst eingehen. Sie welken wie Blumen, die die Sonne nicht sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt stehe ich hier, halte diesen Strauß in der Hand und blicke nachdenklich auf sie hinab. Sie sind nicht mehr frisch die Sehnsüchte und die Gefühle, und doch sind sie immer noch schön. Was hätte&nbsp;aus ihnen werden können, wenn ich sie früher heraus in die Sonne geschickt hätte?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt bleibt mir nur die Hoffnung, dass zumindest einige von ihnen noch einmal erblühen, wenn ich sie loslasse. Die Angst, dass ein Windhauch kommt, sie fort weht oder jemand eine Blüte stiehlt, der werde ich mich stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Goldgräberstimmung am Persischen Golf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2026 19:39:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Über das Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Dubai]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt Orte, die sind so oberflächlich, dass sie in ihrer Künstlichkeit schon wieder authentisch sind. Dubai ist so ein Ort. Alles ist darauf ausgelegt, zu glitzern und zu glänzen. Erfolg, Reichtum, gutes Aussehen und Jugendlichkeit spielen eine wichtige Rolle. [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Orte, die sind so oberflächlich, dass sie in ihrer Künstlichkeit schon wieder authentisch sind. Dubai ist so ein Ort. Alles ist darauf ausgelegt, zu glitzern und zu glänzen. Erfolg, Reichtum, gutes Aussehen und Jugendlichkeit spielen eine wichtige Rolle. Ehrgeiz treibt die Menschen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich frage mich unweigerlich, wann und ob die Menschheit jemals damit aufhören wird, das goldene Kalb anzubeten. Im Lauf der Jahrtausende ist&nbsp; aus dem kleinen Jungvieh mittlerweile schon ein recht ausgewachsener Bulle geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nichts scheint unmöglich und alles ist darauf ausgerichtet, nur das eine noch größere Ding zu schaffen, das das bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Das größte Gebäude der Welt? Ist noch nicht genug! Direkt wird mit der Planung des nächsten begonnen, das das bisherige um einige Meter überragen soll. In der Wüste fällt kein Schnee? Das lässt sich ändern. Ein trockenes weites Land voller Sand und doch entstehen fruchtbare Oasen mit Wasserläufen, in den sich exotische Vogelschwärme sammeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liegt hier vielleicht die wahre Schöpferkraft verborgen, die sich dadurch zeigt, dass ihr nichts zu groß und zu ehrgeizig ist, als dass es zu erreichen wäre? Zeigt sich das menschliche Potential, indem es die Wüste zum Erblühen bringt und Inseln entstehen lässt, wo vorher nur Wasser war?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hat nicht jede Kultur und jede Stadt, durch die wir heute schlendern, und deren Geschichte wir staunend betrachten, genauso einmal angefangen? Weil Menschen Visionen hatten und sich nicht von der Umsetzung dieser abbringen ließen? War das Errichten eines Palasts wie Schönbrunn oder dem Stephansdom gemessen an den damaligen Möglichkeiten nicht ebenfalls genauso ein an Verrücktheit grenzendes Meisterstück? War die Opulenz des Barocks nicht genauso ein Zeichen von Prunk und Dekadenz, wie es auch heute noch das Tragen von teuren Uhren und Designerkleidung ist? Die vergoldete Kutsche ersetzt durch den Ferrari? Der Palast ist geblieben, nur höher, gläserner und schnörkelloser wird er heute gebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Möglichkeiten haben sich geändert, aber der Mensch ist immer noch derselbe. Es gibt ein paar wenige Auserwählte, die von allen beneidet werden und jeder träumt davon, einmal zu diesem Kreis der vermeintlich Glücklichen zu gehören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotz der Negativität meiner Schilderung, fällt mir sehr wohl die moderne Goldgräberstimmung auf, die hier herrscht. Alles scheint möglich und Glücksritter aus aller Welt machen sich auf den Weg hierher. Alle eint die Hoffnung, es eines Tages geschafft zu haben und bei den Großen und Erfolgreichen mitspielen zu können. So muss es vor einigen Jahrzehnten gewesen sein, als sich zahlreiche europäische Auswanderer auf den Weg ins gelobte Land machten. Ging es damals nach Westen, nach Amerika, geht es heute in die entgegengesetzte Richtung und die Emirate sind das Ziel der Träume.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Welt und wir mit ihr, stehen eben nie still. Alles ist dem permanenten Wandel unterworfen. Das, was heute sicher geglaubt, kann morgen schon zerfallen sein. Das Rad der Fortuna dreht sich unaufhörlich, mal geht es nach oben, mal nach unten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist Dubai eine Utopie. Utopien eint, dass sie eine ideale Welt erschaffen wollen und genau daran scheitern. Ein Ort, an dem verschiedene Kulturen in Harmonie zusammenleben, es nahezu keine Kriminalität gibt und jeder Mensch etwas erreichen kann, solange er sich nur bemüht und anstrengt. Ein schöner Traum ist es auf jeden Fall. Ob er irgendwann einmal wahr werden wird? Dubai ist nah dran, so scheint es mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und doch sind wir das Risiko. So oft schon hätten wir Menschen das Paradies haben können und doch entscheiden wir uns jedes Mal aufs Neue wieder dagegen. Warum also sollte es hier anders sein?</p>
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		<title>Der Gruß des Eisvogels</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 15:40:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachdenklich]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Über das Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Eisvogel]]></category>
		<category><![CDATA[Krafttier]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Natur spricht mit uns, wusstest du das? Sie schickt uns ständig kleine und auch große Zeichen, nur haben die meisten von uns verlernt, ihre Hinweise zu bemerken. Vielleicht denkst du, es ist Zufall, wenn du im Park auf einer [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Natur spricht mit uns, wusstest du das? Sie schickt uns ständig kleine und auch große Zeichen, nur haben die meisten von uns verlernt, ihre Hinweise zu bemerken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht denkst du, es ist Zufall, wenn du im Park auf einer Bank sitzt und ein Eichhörnchen am Baum vis-à-vis die ganze Zeit über auf und abspringt. Du beachtest es nicht, wenn du traurig bist und dir plötzlich ein zarter Windhauch durchs Gesicht streift. Ignorierst es, wenn die Erde unter deinen nackten Füßen zu pulsieren scheint. Siehst den Schwan, der bedächtig und anmutig an dir vorbeischwimmt, freust dich darüber und verstehst doch nicht, dass genau das die Art Sprache ist, die die Schöpfung nutzt, um mit dir zu kommunizieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am heurigen Neujahrstag hatte ich eine solche Begegnung. Und so sehr sich der rationale Teil in mir auch bemüht hat, mir nachvollziehbare Erklärungen zu liefern, spürte ich, dass diese Begegnung ganz besonders war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte das neue Jahr an meinem Lieblingsplatz auf der Donauinsel begrüßt. Fuhr früh am Morgen hinaus, als alle anderen sich noch von den Feierlichkeiten des Vorabends erholten. Ich meditierte, praktizierte und atmete. Genoss mit jedem Atemzug die erfrischende Winterluft, die in meine Lungen strömte und ließ mir wärmenden Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen. Und dann sah ich ihn: Den blaugefärbten Eisvogel, der über das Wasser glitt und im Lichtschein schimmerte wie ein Saphir. Flink wie ein Kolibri sauste er hin und her, ruhte kurz auf einem Schilfhalm und flatterte dann wieder über die Donau hinweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich beobachtete ihn eine ganze Weile. Er berührte irgendetwas in mir und zudem war es das pure Glück, ihm in seiner unbändigen Lebensfreude zuzusehen. Noch nie habe ich einen Eisvogel gesehen. Ich wusste nicht einmal, dass sie an der Donau heimisch sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein blauer Vogel! Musste der nicht extra für mich geschickt worden sein? Und doch ging mein Verstand direkt dazu über, mich eine Närrin zu schimpfen, die sich zum Jahresbeginn einfach ein verheißungsvolles Omen herbeisehnte. Wäre nicht der Eisvogel aufgetaucht, hätte ich bestimmt in der Form einer Wolke oder einem vorbeischwimmenden Fisch ein gutes Vorzeichen gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zufrieden mit dem Tagesbeginn, beschloss ich, einen ausgedehnten Spaziergang zu machen, packte meine Sachen und verabschiedete mich von meinem gefiederten Freund. Zumindest dachte ich das. Offenbar um meine Zweifel zu zerstreuen, folgte mir der Eisvogel. Nicht ein paar Meter, nein er flog über einen Kilometer neben mir her. Flatterte ein paar Meter voraus, setzte sich nieder und wartete. Immer wenn ich dachte, jetzt ist er fort, tauchte er wieder auf, setzte sich erneut, wartete bis ich wieder bei ihm war und flog dann weiter neben mir her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst als ich irgendwann die Brücke überquerte und auf die andere Seite wechselte, ist er zurückgeblieben. Aber bis dahin waren die Zweifel gewichen und ich überzeugt, dass er mir eine Botschaft hatte überbringen wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erscheint uns der Eisvogel als Krafttier, erinnert er uns daran, dass jetzt Entschlossenheit gefragt ist. Dass es Zeit ist, ein neues Projekt zu beginnen und der eigenen Intuition zu vertrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein schöneres Zeichen kann ich mir für mein Schreiben kaum vorstellen.</p>
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		<title>Hochglanzfilter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Dec 2025 18:55:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenklich]]></category>
		<category><![CDATA[Über das Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Dorian Gray]]></category>
		<category><![CDATA[Eitelkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Narzissmus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Oscar Wildes Werk Das Bildnis des Dorian Gray wird dem gleichnamigen Protagonisten sein Wunsch erfüllt, nicht zu altern. Er entflieht dem körperlichen Verfall, da anstatt seiner selbst ein Portrait von ihm altert. Doch jedes Mal, wenn er einen Blick [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">In Oscar Wildes Werk <em>Das Bildnis des Dorian Gray</em> wird dem gleichnamigen Protagonisten sein Wunsch erfüllt, nicht zu altern. Er entflieht dem körperlichen Verfall, da anstatt seiner selbst ein Portrait von ihm altert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch jedes Mal, wenn er einen Blick darauf wirft, zeigen sich in dem Bild nicht nur die Zeichen der Zeit, sondern auch die seelischen Abgründe und die Hässlichkeit seines Seins. Dorian verfällt immer mehr dem Wahnsinn und erst als er nach einigen Jahren den Mut findet, das Portrait zu zerstören, findet er Frieden in seinem damit einhergehenden Tod.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gemälde dagegen, es zeigt nun wieder den schönen Jüngling.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wilde schrieb den Roman vor über hundert Jahren und doch scheint er mir heute aktueller als zuvor. Lediglich mit einem kleinen Unterschied: Heute sind es nicht unsere Portraits, die ewig jung bleiben, es sind wir selbst in einer von uns selbst erschaffenen fiktiven Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir zaubern uns mit Filtern unsere jugendliche Schönheit zurück, lassen jede noch so kleine Falte hinter einer glänzendpolierten Fassade verschwimmen und merken dabei nicht, dass wir nur noch ein farbloses Bild von uns sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lest das Buch, möchte ich rufen. Lest und versteht das Drama des Dorian Grey. Es sind nicht die Zeichen der Zeit, die uns hässlich machen. Es ist das, was wir tun. Jede Falte, jedes graue Haar erzählt eine Geschichte. Ein Gesicht ohne Mimik kann von nichts berichten. Es ist seelenlos und leer, denn es hat nie gelebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist das Bildnis des Dorian Gray in Bits und Bytes auf TikTok hochgeladen.</p>
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		<title>Zwischentöne &#8211; Zeit ohne Richtung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Dec 2025 12:32:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenklich]]></category>
		<category><![CDATA[Über das Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Jahreswechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Rauhnacht]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen den Jahren]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwischen den Jahren fühlt sich die Stadt anders an. Nicht festlich, sondern ein wenig entrückt. Als hätte jemand den Ton leiser gedreht und alles in Watte gepackt. Wir sind in einer Zwischenwelt. Haben das Alte noch nicht losgelassen, wissen nicht, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Zwischen den Jahren fühlt sich die Stadt anders an. Nicht festlich, sondern ein wenig entrückt. Als hätte jemand den Ton leiser gedreht und alles in Watte gepackt. Wir sind in einer Zwischenwelt. Haben das Alte noch nicht losgelassen, wissen nicht, was das Neue bringen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschen gehen langsamer, aber nicht entspannter. Es ist, als wäre ihnen in den letzten Tagen die Energie verloren gegangen. Sie sind da, aber existieren nicht in diesem Moment. Sie alle scheinen etwas mit sich zu tragen, das nirgendwo sonst einen Platz gefunden hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weihnachten ist vorbei und mit ihm sind die großen Gefühle verschwunden. Jetzt bleibt nurmehr das, was sonst keinen Raum bekommt: Zweifel, Unordnung und Widerstand gegen das stete <em>Weiter so</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sitze in einem Kaffeehaus. Sonst gutbesucht und voller Trubel. Heute dagegen liegt eine leise Melancholie im Raum. Zart und sanft klopfen kleine Regentropfen an die Scheibe. Liefern sich flinke Rennen auf ihrem Weg zum Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fröhlich klirren Tassen und Gläser, als wollten sie die um sich greifende Schwermut mit aller Macht in die Schranken verweisen. Das immer wieder ertönende heisere Husten einiger Gäste und der aufsteigende Dampf nasser Mäntel verleihen der Tristesse einen Hauch Mystik. Die Zauberinsel Avalon findet sich in einem Kaffeehaus inmitten der inneren Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Herr am Nebentisch schreibt seitenweise lange Listen. Seine Handschrift ist ordentlich und voller Schwung, trägt Hoffnung in sich. Vorsätze für das neue Jahr. Voller Motivation und Tatendrang, das Neue herbeisehnend. Er schreibt, streicht durch, schreibt aufs Neue, um sogleich wieder zu streichen und zu korrigieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zeitgeist aufs Papier gebracht: Kein Übergang, kein Neuanfang. Es ist ein dazwischen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein paar Tage, in denen niemand etwas ist und noch nichts werden muss.<br>Die Rauhnachtszeit erlaubt uns, nichts zu entscheiden, nichts zu verbessern und nichts zu müssen. Und trotzdem da zu sein, mit allem, was ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Vivaldi und das Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zesa]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Dec 2025 17:37:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachdenklich]]></category>
		<category><![CDATA[Über das Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Vivaldi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vivaldis 4 Jahreszeiten. Unvorstellbar, dass jemand diese musikalischen Meisterwerke hören kann, ohne dabei durch ein Wechselbad der Gefühle zu gehen. Ich habe einmal gehört, dass es die Engel anzieht, wenn Vivaldi gespielt wird. Eine schöne Vorstellung und fast bin ich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Vivaldis 4 Jahreszeiten. Unvorstellbar, dass jemand diese musikalischen Meisterwerke hören kann, ohne dabei durch ein Wechselbad der Gefühle zu gehen. Ich habe einmal gehört, dass es die Engel anzieht, wenn Vivaldi gespielt wird. Eine schöne Vorstellung und fast bin ich sicher, dass sie der Wahrheit entspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vivaldi ist so vieles. Wenn ich die vier Jahreszeiten höre, entstehen Bilder in meinem Kopf. Kurze Sequenzen aus vergangenen Zeiten. Ich sehe Liebespaare, Blumenmädchen, die durch saftig grüne Wiesen tanzen, Wölfe, die durch Wälder rennen, den traurigen Moment, wenn ein Mensch sein Leben aushaucht. All das in einer Melodie. Sie pulsiert, sie schwebt, sie tanzt, donnert und dröhnt. Mal leicht, sanft und spielerisch, wie das Kitzeln einer Feder auf meiner Wange, dann tosend, ächzend, grob, archaisch stürmend, kampfbereit. Ein Lachen liegt darin verborgen wie auch tiefe Gram.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Zusammenspiel der reinen Klänge, die Violinen, Cembali, Oboen und Lauten, vereint in unendlicher Harmonie. Die Welt ist Klang in diesem Moment, das Leben selbst wird zur Symphonie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich eines Tages gehe, hoffe ich, gelebt zu haben wie diese Musik: intensiv, mit jeder Facette, nichts auslassend.</p>
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