Am Anfang war das Wort

Der literarische Text Am Anfang war das Wort von der Wiener Autorin Zesá
4.5
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Hast du einmal darüber nachgedacht, was dieser Satz bedeutet? Nicht das Dunkel, nicht das Licht war am Anfang. Keine Leere, keine Fülle. Nein, das Wort war vor allem anderen.

Das Wort soll vor der Schöpfung existiert haben? Wie kann das sein?

Ich denke oft darüber nach, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie Worte entstehen können, ohne dass es zuvor etwas anderes gegeben hat.

Und doch verstehe ich es. Wenn ich einen Schritt zurücktrete und nicht versuche zu begreifen und rational zu erklären, dann verstehe ich, weil ich es fühle. Das Wort will nicht bloß verstanden, es will, nein, es muss gefühlt werden!

Jedes Mal, wenn ich beginne zu schreiben, ist in mir diese Leere. Nur eine winzige Idee, oftmals nicht mehr als ein Funken und dann plötzlich geboren aus dem Nichts, ist es da. Es fließt durch mich hindurch, es strömt, es pulsiert. Aus einem Wort werden viele. Es formen sich Sätze, es füllen sich Seiten und da ist es, das pure Verstehen. Für mich ist es mit das schönste Gefühl, das es gibt: Aus dem Nichts heraus etwas erschaffen. Eine Geschichte erzählen, die es noch nicht gegeben hat, Figuren und Charaktere zum Leben erwecken. Für mich fast unbeschreiblich, aber zum Glück nur fast. 

Das Wort ist nicht nur ein Werkzeug, es verleiht uns Schöpferkraft. Das Wort wohnt in mir genauso wie in dir.

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4 Kommentare zu „Am Anfang war das Wort“

  1. Wie im ersten Kommentar von „Kutschker“ (oben) habe ich beim Text gleich an den „Logos“ des Johannesprologs gedacht. Dem möchte ich nichts mehr hinzufügen.
    Mir gefällt die Idee und damit übers Schreiben zu philosophieren sehr gut. Gewünscht hätte ich mir beim Übergang, in dem es darum geht, das Wort nicht nur zu denken, sondern es zu fühlen, etwas mehr Klarheit und Tiefe. Um welches Wort oder um welche Werte geht es dabei…
    General finde ich deine Idee super und gerne bleibe ich im Austausch.

  2. Leider eine falsche Übersetzung.

    Johannes 1,1 spricht vom Logos. Das ist der Gedanke, der Wille,
    Wort ist eine ungenügende Übersetzung, Logos ist weit mehr.

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